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Finanzierung

Finanzierung

Studienkosten

Nicht immer zahlen die Unternehmen, in denen du deinen Praxisteil im dualen Studium übernimmst, die Studiengebühren. Frage dazu am besten konkret nach, damit du keine Überraschungen erlebst. In deinem Arbeitsvertrag sollte auf jeden Fall festgehalten sein, welche Regelung gilt. 

Wer die Gebühren zahlt, ist je nach Form des dualen Studiums meist unterschiedlich. Oft übernehmen die Unternehmen zum Beispiel bei einem ausbildungsintegrierten Studium die Gebühren. Eine Faustregel gibt es aber nicht. Erkundige dich daher individuell, wie die Regelung aussieht. Manchmal ist vorgesehen, dass ihr euch die Kosten wenigstens teilt.

  • Finanzielle Hilfen: Stipendium

    Auch wenn du als dual Studierende_r in der Regel eine Vergütung von dem Unternehmen bekommst, in dem du deinen Praxisteil absolvierst, reicht diese in den wenigsten Fällen aus. Denn dual Studierende erhalten im Schnitt nur 400 bis 1.200 Euro von den Betrieben.

    Nicht immer übernehmen die Unternehmen deine Studiengebühren. Und manchmal musst du sogar ein zweites Zimmer zumindest zeitweise bezahlen, wenn Hochschule und Unternehmen an weit entfernten Orten liegen. Selber jobben ist meist nicht so einfach möglich, denn du hast im dualen System einen straffen Zeitplan, der nicht selten erfordert, dass du auch nach Feierabend das ein oder andere lernst. Zudem muss dein Unternehmen deinem Nebenjob zustimmen und das tun sie nicht immer.

    Entweder unterstützen dich also deine Eltern bzw. ein Elternteil. Während deiner Ausbildung und bis zu deinem Alter von 25 Jahren erhalten deine Eltern noch Kindergeld. Das wird in deiner Erstausbildung ohne Einschränkungen bzgl. deiner Vergütung gezahlt.

    Oder du beantragst BAföG, was unter bestimmten Voraussetzungen beim dualen Studium möglich ist. Manchmal bieten Hochschulen eine Art Stipendium an, indem sie für einige wenige Studierende die Studiengebühren erlassen. Das ist beispielsweise an der DHBW der Fall. Weitere Infos zum Stipendium gibt es hier: www.stipendienlotse.de

  • Finanzielle Hilfen: BAföG

    Um BAföG (Kurzform für „Bundesausbildungsförderungsgesetz“) zu erhalten, musst du die soziale Bedürftigkeit nachweisen und darfst im Monat aktuell höchstens 406,66 Euro verdienen, d.h. 4.880 Euro pro Jahr. Liegt deine Vergütung darüber, wird die BAföG-Förderung exakt um diesen höheren Betrag gekürzt. Meistens ist deine Vergütung als dual Studierende_r aber höher.

    Aber Achtung: Dein BAföG-Anspruch wird auf dein Einkommen angerechnet, das nach Abzug deiner Kosten herauskommt, die du steuerlich geltend machen kannst. Da du z. B. als dual Studierende_r in der Regel viel zwischen Unternehmen und Hochschule reist, fallen meist hohe Werbungskosten für dich an.

    Das bedeutet: Ziehst du die Werbungskosten von deiner Vergütung ab, rutschst du nicht selten unter den kritischen Höchstbetrag für den BAföG-Anspruch. Wenn das Einkommen und Vermögen deiner Eltern ebenfalls unter der Grenze liegt, hat dein BAföG-Antrag möglicherweise Aussicht auf Erfolg. Maximal kannst du dann 670 Euro BAföG erhalten. Die Hälfte des BAföGs ist übrigens ein zinsloser Kredit, den du nach dem Studium zurückzahlen musst, maximal bis zu einer Höhe von 10.000 Euro.

    Zusätzlich ist noch wichtig: Der BAföG-Anspruch gilt nicht für jeden dualen Studiengang. Frage deine Hochschule nach Informationen dazu.

    Und beachte ebenfalls: Den Antrag zu stellen, lohnt sich in jedem Fall. Denn manchmal brauchst du das Ablehnungs-Schreiben, wenn du Wohngeld o.ä. beantragen willst.

    Mehr zu den Regelungen rund ums BAföG, den Voraussetzungen und den nötigen Formularen für deinen Antrag findest du in der Broschüre des DGB, die hier für dich zum Download bereitsteht.

  • An alles gedacht? (Die Finanz-Checkliste)

    • Wie sieht dein monatlicher Geldbedarf für dein duales Studium aus?
    • Wie hoch sind die Studiengebühren und Studiennebenkosten (z.B. für Lehrmittel, Fahrten zwischen Wohnung, Ausbildungsbetrieb und Hochschule)?
    • Hast du neben deiner Ausbildungsvergütung Anspruch auf BAföG?
    • Unterstützen dich deine Eltern, indem sie dir zum Beispiel das Kindergeld auszahlen?
    • Planst du, einen Nebenjob anzunehmen? Dann informiere dich über die Bestimmungen wie Sozialversicherung, Genehmigung durch deinen Arbeitgeber, etc.
  • Vergütung

    Dein Ausbildungs- oder Partnerbetrieb zahlt dir in der Regel während des dualen Studiums eine Vergütung. Sie wird auch als „Stipendium“, „Ausbildungsgeld“ o.ä. bezeichnet und ist theoretisch frei verhandelbar.

    In der Praxis kannst du was die Vergütung in der Ausbildung betrifft allerdings selten mit deinem Arbeitgeber verhandeln. Aber der Betrag sollte zumindest von Jahr zu Jahr steigen und er muss über einer Mindestgrenze liegen. Leider ist nur bei wenigen Unternehmen die Vergütung verbindlich über einen Tarifvertrag geregelt. Achte auch darauf, ob dein Ausbildungsbetrieb zusätzliche Kosten wie zum Beispiel Studiengebühren übernimmt oder nicht.

    Schau auf jeden Fall genau hin, wie deine Vergütung geregelt ist und prüfe auch, ob das Geld, das du von deinem Ausbildungsbetrieb bekommst, über einem bestimmten Betrag liegt. Andernfalls kannst du nämlich meistens eine höhere Vergütung verlangen. Weitere Infos dazu erfährst du in diesem Artikel: „Oft könnt ihr mehr fordern!“

    Abzüge

    Normalerweise wird dir vom Bruttobetrag deiner Vergütung die Lohnsteuer abgezogen. Ausnahmen gelten für praxisintegrierte duale Studiengänge, denn manchmal ist die Vergütung hierbei auch einkommensteuerfrei. Genauere Auskünfte kann dir das Finanzamt geben. Achte auf deinen evtl. BAföG-Anspruch, der vom Nettobetrag bemessen wird. Ausführliches zur Lohnsteuer kannst du hier nachlesen.

  • Nebenjob

    Falls du überhaupt Zeit hast, neben deinem dualen Studium einen Nebenjob anzunehmen, solltest du auch noch beachten: In jedem Fall muss dein Unternehmen, in dem du den Praxisteil deines dualen Studiums absolvierst, den Nebenjob genehmigen. Der Betrieb hat das Recht, dir diesen Nebenjob zu verweigern, z.B. wenn er deiner Arbeit dort zu ähnlich ist („Konkurrenzschutz“).

    Nimmst du einen Nebenjob an, giltst du als Arbeitnehmer_in. Damit hast du Rechte und Pflichten, die gesetzlich geregelt sind. Wieviel Steuern und Sozialversicherungsbeiträge du zahlen musst, hängt davon ab, welche Art einer Beschäftigung du nachgehst und wieviel du verdienst. In jedem Fall solltest du wissen, was auf dich zukommt.

    Beachte: Deine Ausbildungsvergütung plus dein Verdienst aus dem Nebenjob wird zusammenaddiert. Diese Summe musst du versteuern. Das steuerfreie Einkommen (Einkünfte aus Arbeit und Vermögen) liegt aktuell bei 8.472 Euro. Meist ist dein Verdienst schnell höher, so dass du komplett sozialversicherungspflichtig wirst. Dein Arbeitgeber muss die Lohnsteuer abführen. 

    Mindestlohn: Prüfe, ob du Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn hast. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du in deinem Nebenjob mehr als 450 bzw. 400 Euro verdienst (die Grenze ist unterschiedlich, je nachdem, ob du BAföG erhältst). Dann wird dein Nebenjob allerdings auch sozialversicherungspflichtig.

    Aber: Grundsätzlich hast du in deinem Ausbildungsverhältnis leider keinen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn! Das gilt für alle Formen des dualen Studiums: das ausbildungsintegrierende, praxisintegrierende, das berufsintegrierende oder berufsbegleitende duale Studium. Der Gesetzgeber begründet die Ausnahmen damit, dass der Praxisteil beim dualen Studium fest zur Ausbildung gehört und der Student nicht als Arbeitnehmer gilt. Die Gewerkschaften setzen sich allerdings dafür ein, dass allen jungen Leuten in ihrer Ausbildung der gesetzliche Mindestlohn gezahlt werden muss! 

    Tipp: Denke daran, deine Steuerklärung zu machen. Oft kannst du hier durch Ansetzen von Werbungskosten noch etwas Geld vom Finanzamt zurückbekommen. Mehr zur Sozialversicherung findest du unter „Versicherungen“.