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Sozialversicherung

Die Sozialversicherung ist Kernelement des deutschen Sozialsystems und entspricht den Grundprinzipien einer Solidargemeinschaft. Nach dem Solidaritätsprinzip werden die zu versichernden Risiken dabei grundsätzlich gemeinsam von allen Versicherten übernommen.

Dieses Versicherungssystem bietet wirksamen finanziellen Schutz vor großen Lebensrisiken und ihren Folgen. Dazu gehören Krankheit, Arbeitslosigkeit, Alter, Betriebsunfälle und Pflegebedürftigkeit. Das Gute: Durch die Sozialversicherung wird jedem Bürger ein stabiler Lebensstandard garantiert.

"Jeder Mensch hat als Mitglied der Gesellschaft Recht auf soziale Sicherheit; er hat Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit unter Berücksichtigung der Organisation und der Hilfsmittel jedes Staates in den Genuß der für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen."

[Artikel 22 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948]

Zur Sozialversicherung gehören die:

Besonderheiten für dual Studierende

Dual Studierende sind seit 2012 als Auszubildende verpflichtet, Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen, d.h. für die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Es gelten dabei die gleichen Regeln wie für andere Auszubildende auch:

  • Auf dual Studierende trifft die Regelung für eine geringfügige Beschäftigung bei ihrer Ausbildungsvergütung nicht zu, nach der Sozialversicherungsfreiheit besteht (Minijob-Regelung mit Entgelt bis 400 EUR).
  • Für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge ist maßgebend, welches tatsächliche Entgelt bezahlt worden ist. Dabei fließen Beträge von Stipendien oder Studienbeihilfen mit ein.
  • Bis zu einer Höhe des monatlichen Entgelts von 325 Euro trägt der Arbeitgeber den gesamten Betrag allein (Geringverdiener-Regelung).

Die Beitragshöhe der Sozialversicherung ergibt sich aus dem Bruttolohn. Für jeden Zweig der Sozialversicherung gelten andere Beträge.

Die Sozialversicherungsbeiträge werden von der Krankenkasse bei der/dem Arbeitgeber_in eingezogen und an die übrigen Sozialversicherungsträger weitergeleitet. Zu viel gezahlte Sozialversicherungsbeiträge sollten durch die Krankenkasse auf Aufforderung problemlos zurückerstattet werden.

Übernimmt der oder die Arbeitgeber_in die Studiengebühren, so werden dafür keine Sozialversicherungsbeiträge fällig, wenn das Studium überwiegend im betrieblichen Interesse ist.

  • Berufsunfähigkeitsversicherung (Tipps und Hinweise)

    Eine Berufsunfähigkeitsversicherung springt in den Fällen ein, wenn Arbeitnehmer_innen ihren erlernten Beruf gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben können (zum Beispiel Archivare, die eine Papierallergie entwickeln).

    In der Regel ist es ausreichend, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung nach Studienende abzuschließen. Wenn du aber älter als 25 Jahre bist und eventuell schon eine regelmäßiges Einkommen erwirtschaftest oder eigene Kinder zu versorgen hast, solltest du auch als Student_in eine solche Versicherung erwägen. Schließlich sind die Prämien auch vom Einstiegsalter und vom Gesundheitszustand abhängig.

    Wichtig ist: Informiere dich vorher genau an unabhängiger Stelle (Verbraucherzentralen, Stiftung Warentest etc.), worauf du beim Abschluss eines Vertrages achten solltest. Mehr erfährt du auch im ver.di Mitgliederservice und bei der DGB Jugend.

     

  • Krankenversicherung

    Als Studierende_r in Deutschland musst du krankenversichert sein. Zu Beginn deines Studiums fragt die Hochschule sogar danach. Deine Wahl, ob du gesetzlich oder privat versichert bist, gilt dann für die gesamte Dauer des Studiums bis zu deinem Abschluss.

    Günstig für dich: Bis zum Ende deines 24. Lebensjahres kannst du kostenlos bei deinen Eltern in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert werden (in der sogenannten Familienversicherung).

    Kannst du nicht familienversichert sein, musst du dich selbst in einer Krankenkasse pflichtversichern. Alle gesetzlichen Krankenkassen bieten dafür eine studentische Krankenversicherung an, der zurzeit knapp über 60 Euro liegt. Hinzu kommen Beiträge für die Pflegeversicherung plus evtl. Zusatzbeiträge. Wichtig: Dieses Versicherungsangebot gilt nur für Studierende bis einschließlich dem 13. Fachsemester oder bis zum Ende des 29. Lebensjahres!

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